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Als weltweit einziger Sternekoch mit russischen Wurzeln wurde Alexander Wulf zu TV-Shows und Kochduellen eingeladen. Neben seiner Tätigkeit als Fernsehkoch im WDR konnte er bei Shows wie „Das Perfekte Dinner (VOX, 2018) oder „ready to beef“ (VOX, 2019) als Sieger vom Platz gehen. Eine besondere und unvergessliche Herausforderung war das Duell mit Tim Mälzer im Rahmen der sechsten Staffel von „Kitchen Impossible“ (VOX, 2021).

Ich bin als zweitjüngster von vier Geschwistern in Krasnojarsk /Sibirien geboren und in Kasachstan aufgewachsen. Mein Vater verließ uns, als ich noch sehr jung war. Umso inniger war bereits von Kindheit an das Verhältnis zu meiner Mutter. Wenn sie abends, nach ihrer Arbeit auf einer kleinen Farm, nach Hause kam, genoss ich immer sehr die wenige Zeit, die wir miteinander hatten. Um in ihrer Nähe zu sein, schaute ich ihr regelmäßig abends beim Kochen unserer Leibspeisen, wie Russische Manti, über die Schulter. Bis heute verbindet meine Mutter und mich die gemeinsame Leidenschaft zum Kochen.

In der Hoffnung auf ein besseres Leben sind wir 1992 nur mit dem Allernötigsten nach Deutschland geflüchtet. Die Anfangszeit in Holzweiler im Kreis Heinsberg war alles andere als einfach für mich. Ich war in einem fremden Land und verstand die Sprache nicht. Doch dann begegnete ich meinem ersten deutschen Freund Stefan und seiner Familie. Mit ihrer Hilfe habe ich Deutsch gelernt und meine Leidenschaft für den Fußball entdeckt: „Junge, geh lieber kochen. Mit Fußball wirst du nie viel Geld verdienen.“ Mit diesen ehrlichen Worten ermutigte mich mein damaliger Fußballtrainer meiner zweiten Leidenschaft nachzugehen, dem Kochen.

Mit 13 Jahren hatte ich meinen ersten Aushilfsjob als Spülhilfe in Erkelenz. Durch den Ausfall eines Kollegen, bekam ich die Chance zu zeigen, was ich von meiner Mutter gelernt hatte. Nach diesem kurzen Ausflug in die Gastronomie wusste ich, dass ich Koch werden wollte. Ein weiteres Praktikum in der „Oerather Mühle“ in Erkelenz bestätigte mich in meinen Plänen.

Meine Ausbildung absolvierte ich im „Haus Wilms“ in Wassenberg-Effeld. „Du bist wie ein Rohdiamant, der unter Druck geschliffen werden muss“, sagte mein Ausbilder Peter Regen am Ende meiner Lehre zu mir, die ich mit Bestnoten abschloss. Er unterstützte uns Auszubildende nach der Lehre bei den Vorbereitungen zur „Culinar Europameisterschaft“ in Maastricht, aus der wir auch tatsächlich als Sieger hervorgingen. Zum ersten und bisher einzigen Mal gewann ein deutsches Team diesen Titel. Nach diesem persönlichen Erfolg trat ich 2003 die Stelle als Sous Chef im „Gasthaus Krönele“ (Lustenau, Österreich) an. Die nächsten Monate haben mich in vielerlei Hinsicht sehr geprägt. Vor allem aber war ich zum ersten Mal finanziell unabhängig. Nicht, dass mir Geld viel bedeutet hätte, schließlich war ich es mein Leben lang gewohnt Second Hand Kleidung zu tragen. Dennoch war ich stolz, als ich mir zum ersten Mal „die Originale“ leisten konnte – nicht Rolex oder Gucci, sondern Kellogg‘s und Nutella.

Während meiner Zeit in Österreich merkte ich aber auch, dass ich noch nicht am Ende meiner Reise angekommen war. So fasste ich mit 22 Jahren im Jahr 2004 den Entschluss den Schritt in die Sternegastronomie zu wagen. Die Sehnsucht nach meinem Zuhause führte mich zurück in den Kreis Heinsberg. Im Gourmetrestaurant „St. Jacques“ in Heinsberg arbeitete ich für acht Jahre als Küchenchef unter der Leitung von Rainer Hensen.

In diesen Jahren gründete ich meine Familie. 2007 wurde mein Sohn geboren und 2011 kam meine Tochter zur Welt.

2008 war ein ganz besonderes Jahr für mich. Gemeinsam mit meinem Team erkochte ich meinen ersten Michelin-Stern und lernte meinen heutigen Geschäftspartner und besten Freund Ronny Schreiber kennen. Zusätzlich hatte ich die Chance mich durch Praktika bei deutschen Starköchen, wie Dieter Müller im „Schloss Lerbach“ (***), Joachim Wissler im „Vendôme“ (***) oder im „Steinheuers Restaurant“ (**) bei Hans Stefan Steinheuer, weiterzuentwickeln.

Nach einem kurzen Intermezzo im „Hotel Kasteel“ in Altenbrouck (Belgien) übernahm ich 2018 zusammen mit Ronny Schreiber Rainer Hensens Vermächtnis. Von der deftigen Küche meiner Mutter inspiriert verfeinerte ich meinen Küchenstil in der „Burgstubenresidenz“ weg von der klassisch französischen Küche hin zu einer feineren und filigraneren Seite der russischen Haute Cuisine. Zusammen mit Ronny Schreiber, der sich einen ausgezeichneten, internationalen Ruf als Sommelier erarbeitet hatte, holten wir uns Marcel Kokot als zweiten Küchenchef in die Küche.

Innerhalb kürzester Zeit waren wir als Team zusammengeschweißt und wurden so über die Jahre zu einer TROYKA – dem russischen Wort für Dreigespann.

Aktuell kannst Du in unserem Interimsrestaurant "Troyka @ Küchenstudio Hahn" Dein Genusserlebnis reservieren.
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